Stell dir vor, du liegst im sechsten Monat schwanger im Bett. Auf dem Rücken geht nicht mehr, auf dem Bauch sowieso nicht, und die Seitenlage? Fühlt sich an, als würde dein Bauch dich nach vorne ziehen, während dein Rücken protestiert. Genau hier kommt das Stillkissen ins Spiel – und zwar nicht erst nach der Geburt, sondern jetzt sofort.
Ein Stillkissen ist vermutlich das vielseitigste Teil, das du dir für Schwangerschaft und Babyzeit anschaffst. Es stützt deinen Bauch nachts, polstert beim Stillen, wird zur Nestchen-Alternative fürs Baby und später zur Sitzstütze, wenn dein Kind das Sitzen lernt. Aber zwischen den ganzen Angeboten die richtige Wahl zu treffen, ist nicht so einfach wie es aussieht. Denn nicht jedes Stillkissen taugt für jede Situation – und manche sind ihr Geld einfach nicht wert.
Warum du dein Stillkissen schon in der Schwangerschaft brauchst
Die Bezeichnung „Stillkissen“ ist eigentlich irreführend. Denn die meisten Frauen nutzen es deutlich länger zum Schlafen als zum Stillen. Ab etwa der 20. Schwangerschaftswoche wird der Bauch so groß, dass die Seitenlage ohne Unterstützung unangenehm wird. Du wachst nachts auf, weil dein Bauch zieht, dein Rücken schmerzt oder das obere Bein irgendwie nirgendwo mehr hinpasst.
Ein Stillkissen schaffst du dir zwischen die Beine, schiebst es unter den Bauch und lehnst dich mit dem Oberkörper leicht dagegen. Plötzlich verteilt sich das Gewicht anders, der Zug lässt nach, und du kannst tatsächlich wieder ein paar Stunden am Stück schlafen. Viele Hebammen sagen, dass das Stillkissen in der Schwangerschaft wichtiger ist als nach der Geburt – weil Schlafmangel in der Schwangerschaft richtig an die Substanz geht.
Nach der Geburt kommt dann die klassische Funktion: Du legst das Kissen um deinen Bauch, positionierst dein Baby darauf und musst nicht mehr mit hochgezogenen Schultern und verkrampften Armen stillen. Gerade in den ersten Wochen, wenn du noch mehrmals pro Nacht stillst und eine Stillmahlzeit auch mal 40 Minuten dauern kann, ist das Gold wert. Ohne Kissen hast du nach zwei Wochen Nackenschmerzen und Verspannungen bis in die Fingerspitzen.
Die verschiedenen Formen und was sie können
Stillkissen gibt es in drei Grundformen, und jede hat ihre Vor- und Nachteile. Die klassische Form ist das lange, leicht gebogene Kissen – ungefähr 190 cm lang und an den Enden etwas schmaler. Diese Kissen sind am vielseitigsten: Du kannst sie um dich herum drapieren, unter den Bauch schieben, als Rückenstütze nutzen oder zum U formen.
Dann gibt es die XXL-Varianten, die noch länger sind und sich komplett um deinen Körper schlingen lassen. Die sind perfekt für die Schwangerschaft, weil du wirklich rundum gestützt bist. Zum Stillen sind sie manchmal etwas sperrig, aber wenn dein Hauptproblem nachts der Schlaf ist, können sie die richtige Wahl sein.
Die dritte Form ist das kompakte C-förmige Stillkissen, das speziell fürs Stillen entwickelt wurde. Es legt sich eng um deinen Bauch und gibt dem Baby eine feste Auflagefläche. Für die Schwangerschaft taugt es weniger, weil es zu kurz ist – aber zum Stillen ist es für manche Frauen angenehmer als die langen Varianten, weil nichts im Weg rumliegt.
Die Füllung entscheidet über alles
Hier wird es wichtig, denn die Füllung macht den Unterschied zwischen einem Kissen, das du liebst, und einem, das nach drei Monaten platt und nutzlos ist. Die meisten Stillkissen sind mit EPS-Perlen gefüllt – das sind diese winzigen Kügelchen aus Polystyrol, die sich anfühlen wie Styropor. Klingt erst mal nicht besonders hochwertig, ist aber tatsächlich die beste Wahl für die meisten Frauen.
EPS-Perlen passen sich perfekt an deine Körperform an, sind federleicht und rascheln leise, wenn du dich bewegst. Das Rascheln stört manche Frauen nachts – andere finden es beruhigend. Wichtig ist die Qualität der Perlen: Gute Perlen sind klein, gleichmäßig und behalten ihre Form über Monate. Billige Perlen werden schnell platt, verklumpen oder fühlen sich hart an.
Die Alternative sind Naturmaterialien wie Dinkelspelz oder Kapok. Dinkelspelz ist schwerer, passt sich weniger an und raschelt deutlich lauter – dafür ist es natürlich und für manche Frauen einfach das bessere Gefühl. Kapok ist eine Pflanzenfaser, die leicht und weich ist, aber auch teurer und schwerer zu waschen. Für die Schwangerschaft und die Stillzeit sind EPS-Perlen für die meisten Frauen die praktischere Wahl.
Waschbarkeit ist kein Bonus, sondern Pflicht
Dein Stillkissen wird dreckig werden. Nicht vielleicht, sondern garantiert. Milchflecken, Spucke, Schweiß, und irgendwann auch Brei und Babykekse, wenn dein Kind das Kissen als Kuschelzone entdeckt. Deshalb ist ein abnehmbarer, waschbarer Bezug keine nette Zusatzfunktion, sondern absolute Grundvoraussetzung.
Achte darauf, dass der Bezug einen durchgehenden Reißverschluss hat und bei mindestens 60 Grad waschbar ist. Manche Bezüge sind aus Bio-Baumwolle, andere aus Polyester-Mischgewebe. Bio-Baumwolle fühlt sich angenehmer an, knittert aber stärker und braucht länger zum Trocknen. Polyester-Mischgewebe ist pflegeleichter und trocknet schneller – gerade wenn du nur einen Bezug hast, kann das entscheidend sein.
Idealerweise kaufst du direkt einen zweiten Bezug dazu. Dann kannst du einen waschen, während der andere auf dem Kissen ist, und musst nicht zwei Tage auf dein Kissen verzichten. Die meisten Hersteller bieten passende Wechselbezüge an – oft auch in anderen Farben oder Mustern, falls dir nach Abwechslung ist.
Welches Stillkissen passt zu dir?
Die Frage ist nicht, welches Stillkissen das beste ist, sondern welches am besten zu deiner Situation passt. Bist du zierlich gebaut, reicht ein normales 190-cm-Kissen völlig aus. Bist du größer oder breiter, wirst du mit einem XXL-Kissen glücklicher, weil du mehr Stützfläche hast und das Kissen nicht ständig verrutscht.
Schläfst du unruhig und wechselst nachts oft die Position? Dann brauchst du ein langes, flexibles Kissen, das du schnell neu drapieren kannst. Schläfst du eher ruhig auf einer Seite? Dann kann auch ein kürzeres, festeres Kissen reichen, das seine Form besser hält.
Planst du, voll zu stillen und dein Baby häufig anzulegen? Dann lohnt sich ein Kissen, das speziell fürs Stillen optimiert ist – mit festerem Kern und etwas mehr Höhe, damit dein Baby auf der richtigen Höhe liegt und du nicht mit krummem Rücken dasitzt. Wird dein Baby hauptsächlich Flasche bekommen oder stillst du nur kurz? Dann reicht ein einfacheres Modell, das vor allem in der Schwangerschaft seine Hauptaufgabe erfüllt.
Das Theraline Original: Der Klassiker mit gutem Grund
Wenn es ein Stillkissen gibt, das in Deutschland jede zweite Schwangere besitzt, dann ist es das Theraline Original. Es ist 190 cm lang, gefüllt mit mikrofeinen EPS-Perlen und hat einen waschbaren Bezug aus Baumwolle. Nichts daran ist spektakulär – aber genau deshalb funktioniert es so zuverlässig.
Das Kissen passt sich gut an, ist leicht genug, um es nachts problemlos umzulagern, und fest genug, um beim Stillen nicht sofort in sich zusammenzusacken. Der Bezug ist bei 60 Grad waschbar, und es gibt gefühlt hundert verschiedene Designs – von dezent bis quietschbunt. Viele Hebammen arbeiten mit genau diesem Kissen, weil sie wissen, dass es funktioniert und dass ihre Empfehlung nicht nach hinten losgeht.
Der Preis liegt je nach Bezug zwischen 40 und 60 Euro, und für das Geld bekommst du ein Kissen, das dich durch die gesamte Schwangerschaft und Stillzeit bringt. Wer auf Nummer sicher gehen will und keine Lust auf Experimente hat, ist mit dem Theraline Original gut beraten – auch wenn es nicht das günstigste und nicht das ausgefallenste Kissen ist.
Was du nach der Geburt wirklich brauchst
Das Stillkissen ist da, das Baby ist da – und jetzt? Jetzt beginnt die Phase, in der sich zeigt, ob du das richtige Kissen gewählt hast. In den ersten Tagen im Krankenhaus oder Geburtshaus wird dir eine Hebamme oder Stillberaterin zeigen, wie du dein Baby mit dem Kissen anlegst. Das sieht erst mal komplizierter aus als gedacht, aber nach ein paar Tagen hast du den Dreh raus.
Wichtig ist, dass das Kissen hoch genug ist, damit dein Baby auf Brusthöhe liegt. Wenn du dich zu deinem Baby runterbeugen musst, bekommst du Rückenschmerzen. Wenn das Baby zu tief liegt, musst du es hochziehen – und das geht auf die Arme. Die richtige Höhe hast du, wenn dein Baby entspannt an deiner Brust liegt und du aufrecht sitzen kannst, ohne die Schultern hochzuziehen.
Manche Frauen brauchen in den ersten Wochen noch ein zusätzliches kleines Kissen unter dem Stillkissen, um die perfekte Höhe zu erreichen – gerade wenn das Baby sehr klein ist oder du einen langen Oberkörper hast. Das ist völlig okay und kein Zeichen dafür, dass dein Stillkissen schlecht ist. Jeder Körper ist anders, und manchmal braucht es ein bisschen Feintuning.
Stillen im Liegen: Hier brauchst du das Kissen anders
Nachts wirst du vermutlich im Liegen stillen – und da funktioniert das Stillkissen ganz anders als tagsüber im Sitzen. Du legst es dir in den Rücken als Stütze, schiebst es unter deinen Kopf oder klemmst es zwischen die Knie. Manche Frauen legen das Baby auf das Kissen, andere legen es direkt neben sich und nutzen das Kissen nur für sich selbst.
Hier zeigt sich der Vorteil eines langen, flexiblen Kissens: Du kannst es jedes Mal neu arrangieren, je nachdem, was gerade bequem ist. Ein kurzes, festes Stillkissen ist im Liegen oft im Weg und landet irgendwann frustriert in der Ecke. Wenn du weißt, dass du viel im Liegen stillen wirst – weil du einen Kaiserschnitt hattest, weil du nachts nicht aufstehen willst oder weil es einfach bequemer ist – dann wähl ein längeres Modell.
Stillkissen als Lagerungshilfe fürs Baby
Sobald dein Baby ein paar Wochen alt ist, wird das Stillkissen zur Lagerungshilfe. Du formst es zu einem Nest, legst dein Baby hinein und hast die Hände frei, um schnell zu duschen, etwas zu essen oder einfach mal durchzuatmen. Das Baby liegt weich, ist leicht erhöht und fühlt sich durch die Begrenzung sicher.
Aber Vorsicht: Ein Stillkissen ist kein Schlafplatz. Babys sollen flach auf dem Rücken schlafen, ohne Kissen, ohne Nestchen, ohne Begrenzung. Das Stillkissen ist für die wachen Momente gedacht, wenn du dein Baby im Blick hast. Sobald dein Baby einschläft, legst du es in sein Bett – auch wenn es im Stillkissen noch so friedlich aussieht.
Später, wenn dein Baby anfängt zu sitzen, wird das Stillkissen zur Sturzpolsterung. Du legst es um dein Kind herum, und wenn es zur Seite kippt, landet es weich. Das gibt dir ein bisschen mehr Entspannung, weil du nicht permanent daneben hocken musst, um es aufzufangen. Manche Kinder nutzen das Kissen auch als Kuschelkissen oder Lesekissen, wenn sie älter sind – dann hat es seine Stillkarriere längst hinter sich, ist aber immer noch im Einsatz.
Wie lange brauchst du das Stillkissen wirklich?
Das kommt drauf an, wie lange du stillst und wie sehr du dich an das Kissen gewöhnt hast. Manche Frauen stillen nach sechs Monaten ab und packen das Kissen weg. Andere stillen über ein Jahr und nutzen das Kissen die ganze Zeit. Und wieder andere behalten das Kissen auch nach dem Abstillen, weil sie sich daran gewöhnt haben, nachts damit zu schlafen.
Es gibt Frauen, die ihr Stillkissen jahrelang als normales Schlafkissen nutzen – einfach weil es bequem ist und sie ohne nicht mehr einschlafen können. Das ist völlig legitim. Ein gutes Stillkissen kostet zwischen 40 und 80 Euro, und wenn du es zwei Jahre lang jeden Tag nutzt, sind das Cent-Beträge pro Nutzung. Selbst wenn du es nur für die Schwangerschaft und die ersten Monate brauchst, hat es sich gelohnt.
Was du beim Kauf beachten solltest
Bevor du dich für ein Stillkissen entscheidest, überleg dir, wo du es hauptsächlich nutzen wirst. Schläfst du im Bett oder auf dem Sofa? Hast du viel Platz oder ist dein Schlafzimmer eher klein? Wirst du das Kissen auch tagsüber auf dem Sofa nutzen oder bleibt es im Schlafzimmer?
Wenn du wenig Platz hast, ist ein XXL-Kissen vielleicht unpraktisch, weil es ständig im Weg liegt. Wenn du viel Platz hast und gerne großzügig gebettet bist, wirst du mit einem kurzen Kissen nicht glücklich. Probier im Zweifel im Geschäft aus, wie sich das Kissen anfühlt – leg es dir um den Bauch, schieb es zwischen die Beine, lehn dich dagegen. Fünf Minuten Probeliegen sagen dir mehr als jede Produktbeschreibung.
Achte auf den Reißverschluss: Ist er stabil? Lässt er sich leicht öffnen und schließen? Ist er so angebracht, dass er nicht drückt, wenn du auf dem Kissen liegst? Manche Reißverschlüsse sind mit einer zusätzlichen Stofflasche abgedeckt, damit sie nicht kratzen – das ist ein gutes Zeichen für durchdachtes Design.
Braucht es wirklich Bio-Qualität?
Viele Stillkissen gibt es in Bio-Varianten: Bio-Baumwolle für den Bezug, schadstoffgeprüfte Füllung, Öko-Tex-Zertifikat. Das kostet meistens 10 bis 20 Euro mehr – und die Frage ist, ob es das wert ist. Die ehrliche Antwort: Es kommt drauf an, wie wichtig dir das Thema ist.
Ein Baby hat sehr viel Hautkontakt mit dem Stillkissen – beim Stillen liegt es direkt darauf, und auch du verbringst Stunden damit. Wenn du grundsätzlich auf schadstoffgeprüfte Textilien achtest, macht es Sinn, das auch beim Stillkissen zu tun. Wenn du eher pragmatisch bist und das Budget begrenzt ist, reicht ein normales Kissen mit waschbarem Bezug völlig aus.
Wichtiger als das Bio-Siegel ist, dass der Bezug regelmäßig gewaschen wird und dass das Kissen keine chemischen Gerüche ausdünstet. Wenn ein Kissen neu aus der Packung kommt und stark nach Chemie riecht, lass es ein paar Tage auslüften, bevor du es benutzt. Ein gutes Kissen riecht neutral oder leicht nach Stoff – mehr nicht.
Stillkissen und der Rest der Babyausstattung
Ein Stillkissen ist nicht das einzige Teil, das dir das Leben in Schwangerschaft und Stillzeit leichter macht – aber es ist eines der wenigen, die du wirklich von Anfang an brauchst. Während du bei vielen Babysachen erst mal abwarten kannst, ob du sie wirklich brauchst, ist das Stillkissen eine sichere Investition.
Was du sonst noch früh brauchst, sind bequeme Klamotten, die mitwachsen und später auch fürs Stillen funktionieren. Ein paar gut sitzende Basics machen den Unterschied zwischen „ich fühle mich unwohl in meinem Körper“ und „ich bin schwanger und sehe gut aus“. Ein einfaches Umstandsshirt in guter Qualität, das nicht nach zwei Wäschen ausleiert, ist genauso wichtig wie das richtige Stillkissen – weil es dir das Gefühl gibt, dass du die Kontrolle behältst, auch wenn dein Körper gerade sein eigenes Ding macht.
Gerade in den ersten Monaten nach der Geburt, wenn du hauptsächlich zu Hause bist und dich um dein Baby kümmerst, sind bequeme Oberteile Gold wert. Ein schlichtes Basic-Umstandsshirt, das du easy zum Stillen hochschieben kannst, trägst du vermutlich häufiger als jedes schicke Outfit. Kombiniert mit einer bequemen Hose und einem gut sitzenden Still-BH hast du dein Standard-Outfit für die ersten Wochen – und kannst dich auf die wichtigen Dinge konzentrieren.
Still-BH: Unterschätzter Gamechanger
Wo wir gerade dabei sind: Ein guter Still-BH ist fast genauso wichtig wie das Stillkissen. Deine Brust verändert sich in der Schwangerschaft und nochmal nach der Geburt, wenn die Milch einschießt. Ein normaler BH wird unbequem, drückt oder ist zu klein. Ein Still-BH lässt sich einfach öffnen, stützt ohne einzuengen und macht das Stillen deutlich entspannter.
Viele Frauen schwören auf Modelle mit Bügel, weil die besser stützen – wie den Anita Basic Still-BH mit Bügel, der seit Jahren ein Klassiker ist. Andere mögen lieber bügellose Varianten, weil die weicher sind und nicht drücken können. Auch hier gilt: Probier aus, was sich für dich gut anfühlt. Du wirst den BH jeden Tag tragen, oft 24 Stunden am Stück in den ersten Wochen – da lohnt es sich, ein bisschen mehr auszugeben und dafür wirklich bequem unterwegs zu sein.
Das Gute an Basic-Teilen wie einem schlichten Still-BH oder einem einfarbigen Umstands-T-Shirt: Sie passen zu allem, du kannst sie immer wieder kombinieren, und sie sehen auch nach dem zehnten Waschen noch gut aus. Während ausgefallene Umstandsmode oft nach ein paar Monaten im Schrank hängen bleibt, weil sie zu speziell ist, trägst du die Basics durchgehend – von der Schwangerschaft bis zum Ende der Stillzeit.
Häufige Probleme und wie du sie löst
Auch das beste Stillkissen ist nicht perfekt, und manchmal gibt es Situationen, in denen es nicht so funktioniert wie erhofft. Das häufigste Problem: Das Kissen rutscht weg. Du legst es dir um den Bauch, legst dein Baby an – und nach fünf Minuten ist das Kissen zur Seite gerutscht und dein Baby hängt schief an der Brust.
Die Lösung: Setz dich mit dem Rücken an eine Lehne, damit das Kissen nicht nach hinten wegrutschen kann. Oder leg das Kissen so um deinen Bauch, dass die Enden sich auf deinem Schoß überlappen – dann hält es sich selbst fest. Manche Frauen ziehen auch ein großes T-Shirt über sich und das Kissen, damit alles an Ort und Stelle bleibt. Klingt improvisiert, funktioniert aber.
Zweites Problem: Das Kissen ist zu weich und sackt zusammen, sobald du dein Baby drauflegst. Das passiert oft bei billigen Kissen mit minderwertiger Füllung. Kurzfristige Lösung: Leg ein zusammengefaltetes Handtuch unter das Kissen, um mehr Höhe und Stabilität zu bekommen. Langfristige Lösung: Kissen nachfüllen oder ein neues kaufen, das fester ist.
Wenn das Baby das Stillkissen nicht mag
Manche Babys mögen das Stillkissen einfach nicht. Sie werden unruhig, wenn sie darauf liegen, oder schlafen nur ein, wenn du sie direkt im Arm hältst. Das ist frustrierend, weil du dir das Kissen extra gekauft hast – aber es ist nicht ungewöhnlich. Babys haben ihre eigenen Vorlieben, und die passen nicht immer zu unseren Plänen.
Versuch es trotzdem immer mal wieder. Manchmal braucht es ein paar Anläufe, bis sich das Baby an das Kissen gewöhnt. Oder probier verschiedene Positionen aus: manche Babys mögen es, wenn das Kissen fest um sie herum liegt, andere lieber, wenn es nur locker drunter ist. Und wenn dein Baby das Kissen partout nicht mag, nutzt du es eben für dich – zum Schlafen, als Rückenstütze, als Lagerungskissen im Bett. Dann hat es sich trotzdem gelohnt.
Drittes Problem: Du hast das Gefühl, dass das Stillen mit Kissen umständlicher ist als ohne. Das kann in den ersten Tagen tatsächlich so sein, weil du dich erst an die Handhabung gewöhnen musst. Gib dir eine Woche Zeit. Wenn es dann immer noch nicht passt, lass das Kissen weg und halt dein Baby einfach im Arm. Manche Frauen stillen die ganze Zeit ohne Kissen und kommen damit super klar. Das Stillkissen ist ein Hilfsmittel, kein Muss.
Lohnt sich ein teures Stillkissen?
Die Preisspanne bei Stillkissen ist groß: Von 20 Euro für ein No-Name-Kissen vom Discounter bis 100 Euro für ein Premium-Modell mit Bio-Bezug und spezieller Füllung. Die Frage ist, ob der Unterschied den Aufpreis rechtfertigt.
Die ehrliche Antwort: Meistens ja, aber nicht immer. Ein sehr günstiges Kissen ist oft nach wenigen Monaten platt, der Bezug leiert aus, und die Füllung verklumpt. Du sparst 20 Euro – und ärgerst dich ein halbes Jahr lang. Ein Kissen in der mittleren Preisklasse, zwischen 40 und 60 Euro, bietet meist das beste Preis-Leistungs-Verhältnis: gute Qualität, haltbare Füllung, waschbarer Bezug.
Die ganz teuren Kissen haben oft Zusatzfeatures: besonders hochwertige Bio-Stoffe, handgefertigte Verarbeitung, nachhaltige Produktion. Wenn dir das wichtig ist und du das Geld übrig hast, sind sie eine gute Wahl. Wenn du eher pragmatisch bist, reicht ein solides Mittelklasse-Kissen völlig aus. Der Unterschied zwischen einem 30-Euro-Kissen und einem 50-Euro-Kissen ist riesig. Der Unterschied zwischen einem 50-Euro-Kissen und einem 90-Euro-Kissen ist deutlich kleiner.
Stillkissen nach der Stillzeit: Wegwerfen oder behalten?
Irgendwann ist die Stillzeit vorbei, und die Frage stellt sich: Wohin mit dem Stillkissen? Manche Frauen packen es sofort weg, froh, dass dieses Kapitel abgeschlossen ist. Andere behalten es als Erinnerungsstück. Und wieder andere nutzen es einfach weiter, weil sie sich daran gewöhnt haben.
Wenn du planst, noch ein zweites Kind zu bekommen, lohnt es sich, das Kissen aufzuheben. Wasch den Bezug, füll das Kissen bei Bedarf nach, und pack es in einen großen Müllsack oder eine Aufbewahrungsbox. Dann ist es beim nächsten Mal sofort einsatzbereit. Wenn du sicher bist, dass keine weiteren Kinder kommen, kannst du das Kissen weitergeben – an Freundinnen, über Kleinanzeigen oder an soziale Einrichtungen, die Sachspenden annehmen.
Manche Frauen nähen aus ihrem alten Stillkissen ein Bodenkissen für das Kinderzimmer, eine Rückenlehne fürs Sofa oder ein großes Kuscheltier. Das Internet ist voll von DIY-Anleitungen, wie man ein Stillkissen umfunktioniert. Wenn du kreativ bist und Spaß an solchen Projekten hast, kann das eine schöne Art sein, das Kissen weiterzuverwenden, statt es wegzuwerfen.
Kann man ein gebrauchtes Stillkissen kaufen?
Gebrauchte Stillkissen gibt es massenhaft – auf Flohmärkten, bei Kleinanzeigen, in Second-Hand-Läden für Babysachen. Die Frage ist, ob das eine gute Idee ist. Grundsätzlich spricht nichts dagegen, ein gebrauchtes Kissen zu kaufen, solange es in gutem Zustand ist: keine Flecken, kein muffiger Geruch, Füllung noch prall, Bezug intakt.
Aber: Ein gebrauchtes Stillkissen kostet oft nur 10 bis 15 Euro weniger als ein neues. Für den kleinen Aufpreis bekommst du ein frisches Kissen, bei dem du genau weißt, dass es nicht schon halb plattgelegen ist. Wenn du wirklich sparen musst, ist ein gebrauchtes Kissen okay – aber wenn du die Wahl hast, kauf lieber neu. Du wirst das Kissen monatelang jeden Tag nutzen, und da lohnt es sich, in Neuware zu investieren.
Dein Stillkissen wartet auf dich
Ein Stillkissen ist keine komplizierte Anschaffung. Es ist ein langes Kissen mit guter Füllung, das dir hilft, besser zu schlafen, entspannter zu stillen und dein Baby sicher zu lagern. Es muss nicht teuer sein, nicht aus Bio-Baumwolle und nicht in deiner Lieblingsfarbe – aber es sollte gut verarbeitet sein, einen waschbaren Bezug haben und zu deinem Körper passen.
Wenn du im fünften oder sechsten Monat schwanger bist und nachts nicht mehr richtig schlafen kannst, besorg dir jetzt ein Stillkissen. Nicht irgendwann, nicht kurz vor der Geburt – jetzt. Jede Nacht, die du besser schläfst, ist eine Nacht, in der dein Körper sich erholen kann. Und nach der Geburt, wenn die Nächte kurz und die Tage anstrengend sind, wirst du froh sein, dass du ein Kissen hast, das dich beim Stillen entlastet.
Das Theraline Original ist für die meisten Frauen die richtige Wahl – nicht weil es das beste Kissen der Welt ist, sondern weil es zuverlässig funktioniert, lange hält und seinen Job macht, ohne dass du groß darüber nachdenken musst. Kombinier es mit einem bequemen Basic-Umstandsshirt, das auch nach der Geburt noch passt, und einem gut sitzenden Still-BH – und du hast die Grundausstattung, die dich durch die ersten Monate trägt. Alles andere kommt später, aber das brauchst du jetzt.
